Nur 85 Menschen lassen sich typisieren (Quelle: Landes-Zeitung vom 16.05.2011)


16.05.2011

Viel Zeit und Arbeit hatten die beiden Vereine Lions-Club Schaumburg und Leo-Club Schaumburg in die Vorbereitung und Ausrichtung der Typisierungsaktion am Samstag gesteckt, und doch blieb das Ergebnis deutlich hinter den Erwartungen zurück. Gerade einmal 85 Teilnehmer ließen sich im Gymnasium Adolfinum von dort wartenden acht Ärzten eine kleine Blutprobe entnehmen, um sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gGmbH (DKMS) als potenzielle Stammzellenspender registrieren zu lassen.

Er sei über diese geringe Resonanz „wirklich enttäuscht“, räumte Karsten Helper, der Leo-Beauftragte des Lions-Clubs, auf Nachfrage ein. Das eigentlich anvisierte Ziel seien immerhin 500 Teilnehmer gewesen, wobei es auch schon „super“ gewesen wäre, wenn nur 300 bis 350 mitgemacht hätten. Da sich die schwache Beteiligung offenbar schon zu Beginn der vierstündigen Aktion abgezeichnet hatte, hatte Helper zwar spontan noch ein paar „Leos“ in die Bückeburger Innenstadt geschickt, um Passanten auf die gerade stattfindende Typisierungsaktion anzusprechen und noch einige Flyer zu verteilen, retten konnte diese Spontanaktion allerdings auch nichts mehr.

Vielleicht fehlt einfach eine Bezugsperson wie damals Jürgen Harmening“, suchte Helper noch während der aktuellen Veranstaltung nach einer Erklärung. Im Nachgang müsse man nun analysieren, was man beim nächsten Mal besser machen kann. Zur Erinnerung: Bei einer vor drei Jahren von den Lions schon einmal auf die Beine gestellten Typisierungsaktion hatte das Schicksal des an Leukämie erkrankten Bückeburgers Jürgen Harmening die Menschen bewegt und rund 1600 von ihnen schließlich dazu bewogen, sich typisieren zu lassen.

„Es ist sicherlich die persönliche Betroffenheit nicht da, das macht schon ’was aus“, mutmaßte auch Rüdiger Maxin, das bei der Organisation der Typisierungsaktion federführende Lions-Mitglied. „Vielleicht hätte man die Leute doch direkter ansprechen müssen.“ Beim nächsten Mal würde er die Werbung für die Veranstaltung jedenfalls „mehr als Bildungsreise organisieren und mit Multiplikatoren dahin gehen, wo das Blut fließt“. Aber: „Jede Typisierung zählt“, betonte Maxin. Zudem seien die Menschen einmal mehr für dieses wichtige Thema sensibilisiert worden.

Unabhängig von der Resonanz an potenziellen Stammzellenspendern habe man insgesamt knapp 10 000 Euro an Spendengeldern von Privatpersonen und Firmen erhalten, ergänzte Helper. Die vorausgegangenen Spendenaufrufe seien also gut angenommen worden, sodass die Aktion zumindest in finanzieller Hinsicht zugunsten der DKMS sehr gut gelaufen sei.

Für die Organisatoren sei die geringe Typisierungs-Beteiligung zwar schade, aus Sicht der DKMS sei die Resonanz allerdings nicht enttäuschend, erklärte deren ehrenamtliche Aktionsleiterin Martina Altmiks. Zumal es keine Richtwerte gebe, an denen die Teilnahmequote gemessen wird, zumal die DKMS selbst ja auch mal klein angefangen habe. „Bei uns zählt jeder einzelne“, betonte auch sie. Und wenn unter den neu registrierten pozentiellen Stammzellenspendern vielleicht sogar einer dabei sein sollte, der tatsächlich als Stammzellenspender für einen leukämiekranken Menschen in Frage kommt, habe sich der ganze Aufwand schon gelohnt.

„Weil es eine wichtige Sache ist und letztlich nicht wehtut“ ließ sich übrigens Astrid Rebischke bei der DKMS registrieren. Endlich, kann man wohl sagen, denn nach eigenen Angaben hatte sich die Garbsenerin in der Vergangenheit schon mehrfach über sich selbst geärgert, wenn sie die Teilnahme an solch einer Typisierungsaktion wieder mal verpasst oder vor sich hergeschoben hatte. Als Motivation, das Vorhaben dieses Mal in die Tat umzusetzen, diente ihr eine Bekannte, die als Mutter zweier Kinder an Leukämie erkrankt war, dank einer vor rund zehn Jahren erhaltenen Stammzellenspende jetzt aber erleben darf, wie deren beiden Kinder aufwachsen.