Der Kick der „Tischfußballer“ hilft Leukämiepatienten, SZ vom 09.05.2011
09.05.2011
Rund 650 Euro lautet der Erlös des Menschenkicker-Turniers, zu dem der Leo-Club Schaumburg eingeladen hatte. Es war das zweite Mal, dass die Nachwuchs-Organisation des Lions-Clubs Schaumburg zu dieser Form des Ballsports aufrief. 14 Teams, überwiegend Freizeitmannschaften aus Bückeburg und Obernkirchen, rangen im Schlosspark um Siege und Pokale
Auch wenn es Mannschaften, Tore und Torwarte gibt, funktioniert ein Menschenkicker-Spiel lange nicht so wie ein normales Fußballspiel. Es ähnelt dem Tischfußballspiel, nur dass echte Spieler innerhalb eines überdimensionalen Tischfußball-Parcours der Größe 14 Meter mal sieben Meter agieren. Wie ihre kleinen Kollegen aus Holz müssen sie die Hände an einer Stange lassen – das gilt auch für den Torwart – und können sich nur gemeinsam nach links oder rechts bewegen.
Mit 14 Teams war die Beteiligung beinahe doppelt so hoch wie 2010, als nur acht Mannschaften bei diesig-kühlem Wetter kickten. „Eine gute Resonanz, auch wenn 16 Teams optimal gewesen wären“, befand Karsten Helper, Leo-Beauftragter des Lions-Clubs Schaumburg. Bei den diesmal optimalen Wetterverhältnissen fanden sich auch nicht wenige Zuschauer auf der Wiesenfläche vor der Reithalle der Fürstlichen Hofreitschule ein, sodass nicht nur die Startgelder jedes Teams, sondern auch der Verkauf von Getränken und Bratwurst Einnahmen in die Spendenkasse spülte. Dass das Menschenkicker-Turnier wieder vor der historischen Kulisse von Schloss, Schlosspark und Reithalle stattfinden konnte, führte Karsten Helper auf das gute Verhältnisse des Leo-Clubs zur Fürstlichen Hofkammer zurück. „Es gibt da vielfältige Kontakte, und auch Schlossverwalter Alexander Perl unterstützt uns bei diesen Aktivitäten sehr.“
Kam das erste Menschenkicker-Turnier vor einem Jahr noch den SOS-Kinderdörfern zugute, so fließt der Erlös der Neuauflage in die Finanzierung der großen Typisierungsaktion von Lions-Club und Leo-Club Schaumburg. Am kommenden Samstag, 14. Mai, sollen sich möglichst viele Menschen dabei im Gymnasium Adolfinum als potenzielle Stammzellenspender für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Jede einzelne Typisierung kostet 50 Euro, die idealerweise vom potenziellen Spender selbst getragen werden. Spendengelder wie beispielsweise der Erlös aus dem Menschenkicker-Turnier sollen es auch weniger finanzkräftigen Bückeburgern ermöglichen, sich als potenzielle Spender registrieren zu lassen und damit möglicherweise einmal einem Leukämie-Patienten das Leben zu retten.
Den Mannschaftssieg beim Menschenkicker-Turnier trug übrigens das Team „Club 19 15“ aus Obernkirchen davon, gefolgt von Kolberg Obernkirchen und „Up at seven“.